Zeitreise

vor mehr als

200 Millionen Jahre

Die Entstehung der Schwäbischen Alb, deren Gesteine und die Schwäbische Alb heute. Eine Zeitreise als es noch Korallenriffe gab bis zu den heutigen Trockentälern. Wenn man das Donautal betrachtet, dann kann man erahnen wie hoch das Flußbett einmal war.

Vor 200 Millionen Jahren (Jura)

Die Trennung des Superkontinents

 

 

In dieser Zeit, die zum Erdmittelalter zählt, begann langsam die Trennung des Superkontinents in die heutigen Kontinente und es entstand der Atlantik. Durch das Absenken eines riesigen Gebietes im südwestdeutschen Raum, zu dem auch die schwäbische Alb gehörte, konnte wieder Meerwasser von Norden und Süden einfließen. So entstand ein flaches Binnenmeer (Jurameer) mit vielen Inseln. Dieses verband nun das Meeresgebiet im Norden mit der Tethys im Süden. Die Tethys war damals im Erdmittelalter ein riesiges Mittelmeer im Süden. In dem Binnenmeer entstand nun sogenannter Faulschlamm, der heute den schwarzen Jura bildet. Der Grund für die Entstehung war der immer weiter sinkende Sauerstoffgehalt am Meeresgrund. Dieser Prozess wurde durch 3 Faktoren beeinflusst. Als erstes sank der Sauerstoffgehalt, weil durch das leichtere von Süden stammende warme Meerwasser das von Norden stammende kältere Polarwasser immer weiter nach unten zum Meeresgrund sank. Zweitens benötigte die Zersetzung von Pflanzenresten, die von den Inseln angeschwemmt wurden, sehr hohe Sauerstoffmengen. Drittens entstanden durch den Sommermonsum und die Wintertrockenheit hohe Sauerstoffschwankungen, die den Sauerstoffgehalt reduzierten. Durch die Abnahme des Sauerstoffgehalts bildete sich so giftiger Schwefelwasserstoff und es lagerte sich am Boden der schwarze Faulschlamm ab. Dieser stagnierte und wurde fest, weil das südliche Jurameer fast keine Verbindungen zum Meer Tethys hatte, und so keine Strömungen entstehen konnten. Die Folge davon war, dass die tieferen Meeresschichten nicht mehr umgewälzt wurden, stagnierten und durch den immer weiter entstehenden Faulschlamm zusammengedrückt wurden. Der schwarze Jura war entstanden.

Vor 65 Millionen Jahren (Tertiär)

Die Mittelgebirge und die Alpen

 

 

 

In der Zeit des Tertiärs bildeten sich durch massive Hebungs- und Senkungsbewegungen die Alpen. Dadurch zerbrach die Erdkruste nördlich der Alpen und es bildeten sich die Mittelgebirge, darunter die schwäbische Alb. Durch Verschiebungen zerbrach dann die Alb nochmals in kleinere Schollen und es entstanden Verwerfungen oder Grabenbrüche.

 

Die Gesteinsschichten der Schwäbischen Alb

 

Unter den drei Jura-Schichte Lias, Dogger und Malm befinden sich die folgenden Schichten zu der Zeit der Trias, nämlich dem Keuper, Muschelkalk und dem Buntsandstein.

 

 

Schwarzer Jura (Lias, Oberjura)

Durch die Bildung des Faulschlamms und die daraus folgende Entstehung des schwarzen Juras wurden sehr viele Tiere, Pflanzen etc. mit eingebettet, weil sie durch das giftige Wasser am Meeresgrund nicht zersetzt wurden. So kann man heute noch viele vollkommen fossil erhaltene Meerestiere (Fossilien) in dieser schwarzen Juraschicht finden, denn oberhalb der lebensfeindlichen Meeresschicht gab es zu dieser Zeit eine reiche Artenvielfalt an Meerestieren. Der schwarze Jura besteht hauptsächlich aus Poseidonschiefer (Ölschiefer/Ton), der dem schwarzen Jura auch den Namen gegeben hat, sowie Kalken, Mergeln und Tonen. Er ist ungefähr 80m mächtig und man kann ihn heute vor allem im Vorland der Alb freigelegt sehen.

 

 

Brauner Jura (Dogger, Mitteljura)

 

Durch die lebhafte Wasserbewegung findet man in dieser Schicht nur sehr wenige Fossilien, da sie meist aufgrund der Strömungen auseinandergerissen wurden oder sonst durch andere Tiere sofort zersetzt wurden. Der braune Jura besteht vor allem aus Mergeln, Kalk Tonen und eisenreichen Sandsteinen. Diese Sandsteine gaben dem braunen Jura seinen Namen. Sie entstanden oft dadurch, dass eisenhaltiges Wasser vom Festland ins Meer floss und sich dann in braunes Eisenerz umwandelte. Die Braunjura-Schicht ist etwa 230m bis maximal 260m mächtig und lässt sich hauptsächlich an den Hanglagen der Alb finden.

 

 

 

Weißer Jura (Malm, Oberjura)

Der Oberjura besteht hauptsächlich aus hellen Kalken, Kalkmergeln oder Mergeln. Die Mächtigkeit beträgt maximal 600m, ist jedoch sehr unterschiedlich. Er bildet an den Steilstufen des Albrandes vor allem die Felsriffe. In dieser Schicht kann man, im Gegensatz zum braunen Jura, wie beim schwarzen Jura viele Fossilien finden.

 

 

 

Gesteine aus der Kreidezeit, dem Tertiär und Quartär

 

Aus der Kreidezeit besitzt die Alb keine Gesteine, da sie in dieser Zeit Festland war. Gesteine aus dem Tertiär, das Zeitalter aus der Erdneuzeit, das vor 65 Millionen Jahren begann, lassen sich heute vor allem im Süden der Schwäbischen Alb finden. Hier liegen noch teilweise Schichten von dieser Zeit vor. Der Beginn der Erdneuzeit war das Ende der großen Reptilien wie der Dinosaurier und der Beginn des Zeitalters der Säugetiere.

Das Quartär, das vor 2 Millionen Jahren begann, umfasst das Eiszeitalter und ist der letzte Zeitabschnitt vor der „Jetztzeit“. Teile von diesen Gesteinen lassen sich heute als Lößschichten über weite Flächen des Schichtstufenlandes verteilt vorfinden. Allgemein kann die schwäbische Alb als die letzte Stufe des südwestdeutschen Schichtstufenlandes gesehen werden.

 

 

 

Vor 180 Millionen Jahren (Jura)

Das Jurameer verband sich mit dem Mittelmeer (Tethys)

 

 

 

Das Meer in der Braunjura-Zeit verband sich nun immer mehr mit dem Mittelmeer. Dadurch gab es, im Gegensatz zur Schwarzjura-Zeit, viele Wasserströmungen und eine lebhafte Wasserbewegung. Das Meer war gut durchlüftet und hatte einen hohen Sauerstoffgehalt.

 

Vor 150 Millionen Jahren (Jura)

Schwammriffe, Korallenriffe und Lagunen

 

 

 

Das Meer bestand zu diesem Zeitpunkt aus Riffen und Riffkorallen und war nun vollständig vom Nordmeer getrennt. Zwischen diesen Riffen entstanden tief am Meeresgrund Lagunen, in denen sich viel Kalk anlagerte und der Sauerstoffgehalt sehr niedrig war. An diesen Orten gab es kein Bodenleben und es konnte, wie beim schwarzen Jura, keine Zersetzung stattfinden und so gibt es von dieser Zeit noch sehr viele gut erhaltene Fossilien. Außerdem gab es zu dieser Zeit einen großen Artenreichtum von Meerestieren durch die vielen Schwammriffe, Korallenriffe und Lagunen. Als das Meer irgendwann immer flacher wurde und sich in den Süden zurückzog, hoben sich die Riffe aus dem Wasser heraus und das Meer bedeckte nur noch den südlichsten Teil der Alb. Durch die entstehende Meeresbrandung an der Südalb wurde dieser Teil deswegen sehr abgeflacht und wird heute Flächenalb genannt.

Vor 15 Millionen Jahren (Tertiär)

 

Vulkane, Meteroiten, Erosion und Korrosion

 

 

 

Es begann die gewölbeartige Heraushebung des Gesteinspakets der Alb, die sich so als Tafel heraushob und begann, nach Südosten abzukippen. Durch diese Bewegungen entstand in diesem Gebiet auch vulkanische Tätigkeit. Gleichzeitig wurde das Gebiet auch durch mehrere Meteoriteneinschläge geprägt. Durch die Anhebung setze dann bei der schwäbischen Alb der Prozess der Erosion und der Korrosion ein. Dabei wurden bei der Abtragung (Erosion) in den Gesteinen z.B. die weichen Mergelschichten abgetragen. Bei der Verkarstung (Korrosion) dagegen finden z.B. Prozesse wie das Lösen von Kalk im Gestein durch Kohlenstoffdioxid haltiges Regenwasser statt, die langsam ganze Höhlen bilden können. Ein Beispiel für so eine Höhle ist die Nebelhöhle. Täler entstanden von diesem Zeitpunkt an nach und nach, indem sich verschiedene Flüsse wie die Donau und der Neckar immer mehr in das Gestein eingegraben haben und so das Donautal und Neckartal gebildet haben.

Die Schwäbische Alb heute

 

Entwicklung der Schwäbischen Alb

 

Die beiden Vorgänge Erosion und Korrosion, die damals vor 15 Millionen Jahren begonnen haben, finden auch heute noch statt und schieben so den Rand der schwäbischen Alb immer weiter nach Südosten.

Heutige Zeugenberge „zeugen“ davon, wo der ursprüngliche Albrand verlief. Sie sind durch den Schutz der harten Kalksteinhaube vor der schnellen Abtragung geschützt. Ein weiterer Grund ist, dass sich in manchen Zeugenbergen die erkalteten Schlote von Vulkanen befinden und diese weiteren Schutz bieten. Isoliert wurden sie, in dem sich die Erosion um diese Zeugenberge immer weiter fortgesetzt hat. Durch die laufende Verschiebung des Albrands waren sie so irgendwann vollkommen von dem restlichen Gestein getrennt. Ein Beispiel hierfür liegt mit der Achalm direkt vor unserer Haustüre.

 

 

Aufbau der Schwäbischen Alb heute

 

Die Schwäbische Alb kann in Albvorland, Albtrauf, Kuppenalb und Flächenalb gegliedert werden. Das Albvorland, welches früher selber noch zur Hochfläche der Schwäbischen Alb gehörte, entstand durch die immer weiter fortschreitende Verschiebung des Gesteinpakets nach Südosten und die darauf folgende Freilegung von braunem und schwarzem Jura, welches nun das Albvorland bildet. Es wird durch viele Zeugenberge geprägt, besteht aber sonst meist aus ebenen Flächen und Wiesen. Der Albtrauf ragt mehrere hundert Meter über das Albvorland heraus und bildet die Nordgrenze zur Alb. Durch die laufende Abtragung ist er sehr stark gebuchtet und zerklüftet und kann auch als Steilabfall gesehen werden. Er verläuft von Südwest nach Nordost und besteht fast ausschließlich aus weißem Juragestein, das in mehreren Schichten als Stufen übereinander geordnet ist. Ein kleiner Teil besteht auch aus braunem Jura, der das Fundament bildet. Die Kuppenalb ist der erste Teil der Hochfläche. Sie besteht aus den ehemaligen Schwammriffen des Jurameers und heben sich dadurch deutlich von der restlichen Fläche auf der Alb ab, da sie härter sind und so der Verwitterung besser standhalten.

Die Flächenalb ist der zweite Teil der Albhochfläche und weitaus ebener als die Kuppenalb. Der Grund ist das damals noch bestehende Jurameer, das die Fläche bis zur Grenze von der Flächenalb zur Kuppenalb bedeckte und so diesen südlichen Teil sehr eben gestaltete. Sie wird mit vielen Tälern durchzogen und wird vor allem aus Massenkalken gebildet. Überdeckt werden diese zum Teil von tertiären und quartären Ablagerungen.

SiteLock