Marbach

Haupt- und Landgestüt Marbach

 

In Deutschland gibt es vier Haupt- und Landgestüte. Das Gestüt in Marbach ist das älteste Haupt- und Landgestüt Deutschlands und eines der bekanntesten weltweit. Zum Haupt- und Landgestüt Marbach gehören auch die Gestütsanlage in Offenhausen, Güterstein und der Fohlenhof in St. Johann.

Geschichte

erste Anfängeum 1500

 

Das Gestüt besitzt eine jahrhundertelange württembergische Tradition. Der früheste uns bekannte schriftliche Beleg für eine Pferdezucht in Marbach findet sich 1514 während der Herrschaft Herzog Ulrichs (1487- 1550): In einem Verhör gibt ein des Aufruhrs verdächtigter Knecht an, zur fraglichen Zeit auf dem Weg zum „Gestüt seines Herren in Marbach an der Lauter“ gewesen zu sein.

 

Der Nachfolger Herzog Christoph (1515-1568) ist es, der Grafeneck zwischen 1560 und 1563 zu einem Jagdschloss ausbaut. Unter Herzog Ludwig (1554-1593) wird die Zucht durch den Ankauf von Hengsten aus Andalusien und Neapel, damals regelrechte Modepferde, neu ausgerichtet.

Bereits unter Herzog Christoph von Württemberg setzte der Ausbau Marbachs zum herrschaftlichen Gestüt ein; 1590 legte Herzog Ludwig Zuchtziele für die Reitpferde fest, die in Marbach gezüchtet wurden. Er ließ andalusische, englische und Berberhengste ankaufen. Der Dreißigjährige Krieg bedeutete jedoch einen gewaltigen Rückschlag. Durch eine Pferdesteuer, die 7820 Gulden einbrachte, gelang es dem Herzog, nach diesem Krieg wieder einen Bestand an Hengsten zu finanzieren. Die Tiere wurden in Lippe, Friesland, Holstein und Dänemark gekauft. Damit setzte die Zucht von leistungsfähigen und anspruchslosen Pferden für die Landwirtschaft ein, aus denen sich im Laufe von 200 Jahren die Rasse des Württemberger Warmbluts herausbildete. 1687 wurde die erste „Wirtembergische Gestütsverordnung“ des Gestütsleiters Lewin Freiherr von Kniestedt in Kraft gesetzt, der die Entwicklung dieser Rasse fördern sollte. Nur vom Oberstallmeister in Marbach zugelassene Hengste durften noch zur Zucht verwendet werden. Die Körung ist heute noch Voraussetzung zur Zulassung zur Zucht; der Leistungsnachweis wird jedoch nicht mehr in der täglichen Arbeit auf dem Feld erbracht, sondern im Rahmen der hunderttägigen Marbacher Hengstleistungsprüfung.

 

1817 hat König Wilhelm I. von Württemberg mit Dekret vom 30. September sein Königliches Privatgestüt Weil-Scharnhausen gegründet. Es war dies die erste Zuchtstätte in Europa, die sich der Zucht von arabischen Vollblütern gewidmet

hat und deren Linien bis heute weiterbestehen. Unter den Gründerpferden befanden sich auch der Hengst Bairactar und die Stute Murana, auf die noch heute die Weil-Marbacher Araber zurückgehen. Sie repräsentieren damit eine der ältesten, ununterbrochene Zuchtlinien der Vollblutaraber. Im selben Jahr wurde Marbach zum Landgestüt des Königreichs Württemberg erhoben. Es erhielt die Gestütshöfe Offenhausen, St. Johann und Güterstein zugesprochen. Der Gebäudebestand entspricht noch heute weitgehend dem des 19. Jahrhunderts.

Wilhelm I. hatte testamentarisch verfügt, dass seine Araberzucht niemals aufgelöst werden dürfe. Seine Urenkelin Pauline zu Wied konnte aber nach der Weltwirtschaftskrise das Gestüt nicht mehr eigenständig fortführen und übergab die Araberzucht 1932 an das Haupt- und Landgestüt. Zu den herausragenden und bekanntesten arabischen Hengsten dieser Zucht nach Bairactar gehörten Hadban Enzahi, dem ein Denkmal auf dem Gestütsgelände gesetzt wurde, und Gharib.

 

2005 wurde ein Sanierungsplan erarbeitet, um das von Defiziten geplagte Haupt- und Landgestüt vor der Privatisierung zu bewahren. Im Zuge dieser Sparmaßnahmen wurden die meisten der 20 Außendeckstationen geschlossen und teilweise durch Beratungszentren ersetzt. In Offenhausen befindet sich eine Besamungsstation, die weltweit Sperma von Marbacher Hengsten verschickt.

 

 

Pompöse Versteigerung der Marbacher Reitpferde. Die Pferde werden im Landgestüt ausgebildet und erreichen mitunter astronomische Summen. Bis zu 60.000 Euro erzielt ein Pferd.

 

 

Olympische Spiele, Welt-und Europameisterschaften und

Deutsche Championaten

 

 

STAN THE MAN xx und Heraldik xx sind Legenden der Vielseitigkeitszucht Baden-Württembergs. Reiter wie Michael Jung und Dirk Schrade haben Buschpferde „made im Ländle“ wie La Biosthetique Sam und FBW Sentinel v. STAN THE MAN xx zu Erfolgen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie deutschen Championaten geführt. Vielseitigkeitspferde aus Baden-Württemberg sind in der internationalen Szene begehrt.

1817-2017 / 200 Jahre Weil-Marbacher Vollblutaraberzucht

 

Im Jahr 2017 steht ein großes Jubiläum bevor: Die Araberzucht, die das Haupt- und Landgestüt Marbach im Jahre 1932 aus dem königlichen Privatgestüt Weil übernommen hat und seither weiter pflegt, wird 200 Jahre alt. Im Jahr 1817 hatte König Wilhelm I. von Württemberg die königlichen Privatgestüte in Scharnhausen, Klein-Hohenheim und Weil in der Nähe von Stuttgart gegründet. Durch den Import von Originalarabern aus dem Orient begründete er die erste Zucht arabischer Vollblüter in Europa. Der Hengst Bairactar, Leibreitpferd König Wilhelm I., sein Sohn Amurath (1829) und die Stute Murana I sind Stammeltern der Marbacher Vollblutaraberzucht.

Veranstaltungen

 

 

Hengstparade, Deutsche Berufsreiterchampionat, Baden-Württembergischen Meisterschaften Internationale Marbacher Vielseitigkeitstunier

Besichtigungen sind zur jeder Jahreszeit möglich

 

Für Pferdeliebhaber aber auch für die Familie immer ein gute Adresse.

 

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