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Lenninger Talschluss

 

Oberes Lenninger Tal

 

Die Lenninger Lauter hat sich in geologisch junger Zeit tief in die Alb eingeschnitten. Heute beginnt sie ihren Lauf etwa 9 km vom Nordrand der Alb entfernt mit drei Quellbächen: Schwarzer Lauter, Donnbach und Weißer Lauter. Dieses „Obere Lenninger Tal mit Seitentälern“ ist heute mit 593 Hektar das größte Naturschutzgebiet im Landkreis Esslingen. Diese großartige Landschaft hat viele geologische Highlights zu bieten. Eines davon liegt im Talkessel von Gutenberg. Hier im Quellgebiet der Weißen Lauter, der nahegelegenen Pfulb und dem Hasental verläuft heute die europäische Wasserscheide zwischen dem alten danubischen Flusssystem und dem jungen rheinischen Gewässernetz, zu dem der Neckar mit seinen Nebenflüssen gehört.

 

 

Sinterterrassen/Sintertreppe Weiße Lauter

 

Die Talsohle der Lenninger Lauter ist von Gutenberg bis nach Brucken von meterhohem Kalksinter bedeckt. An Gefällestufen wie hier an der Weißen Lauter haben sich zahlreiche Sinterterrassen und Sinterbecken gebildet. Diese Karstformen entstehen, wenn Regenwasser, das aus Luft und Boden Kohlendioxid (CO2) aufgenommen hat, Kalk auflöst. Ein Teil des gelösten Kalkes fällt unter Entweichen von CO2 in bewegtem Wasser wieder aus und führt zur Sinterbildung im Bachbett. An der Sinterbildung sind Wasserpflanzen beteiligt, die dem Wasser während der Photosynthese CO2 entziehen. So wird bis heute aus einem Teil des vor rund 150 Millionen Jahren im Salzwasser des Jurameeres entstandenen Jurakalks der Schwäbischen Alb ein Teil wieder zu festem, nun aber Süßwasserkalk. Kalksinter war früher ein beliebter Baustein. Durch seine löchrige Struktur galt er lange Zeit als ein gut isolierender Werkstein, wie dies zahlreiche Gebäude in der Gegend zeigen.

Höllsternquelle bei Gutenberg

 

Die Höllsternquelle tritt zwischen den wasserdurchlässigen „Wohlgebankten Kalken“ (Weißer Jura b) und den wasserstauenden Impressamergeln (Weißer Jura a) als Schichtquelle am Fuß der Talflanke aus. Ein Teil des Quellwassers stammt aus dem 3 km nördlich gelegenen Schopflocher Moor. Von 1934 – 1962 diente die Höllsternquelle als Brunnenstube für die Wasserversorgung von Krebsstein auf der wasserarmen Albhochfläche.

 

Wenige Meter oberhalb der Höllsternquelle liegt der Höllsternbröller, eine sehr enge, auf 350 m Länge erforschte Höhle. Heute speist deren Wasser die tiefer liegende Höllsternquelle. Liegt der Karstwasserspiegel hoch, schießt aus dem Höllsternbröller das überlaufende Wasser tosend („brüllend“) heraus.

Binsenlache im Hasental, Pfulb

 

Trockentäler wie das Hasental gehören zu den charakteristischen Karsterscheinungen der Schwäbischen Alb. Sie sind im Pleistozän durch fließendes Wasser entstanden. Das Hasental entwässerte ursprünglich in Richtung Ur-Lone und Ur-Donau. Durch Tieferlegung der Erosionsbasis im klüftigen Weißjura-Gestein ist der Grundwasserspiegel jedoch so weit abgesunken, dass diese Täler zu Trockentälern wurden. Umso erstaunlicher ist es, bei einem Spaziergang durchs Hasental plötzlich vor einem Feuchtgebiet mit kleinen Tümpeln (Lachen) zu stehen. Die Binsenlache ist ein wertvolles Biotop, das vielen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten als Rückzugsgebiet dient. Sie ist deshalb als Naturdenkmal ausgewiesen. Die Entstehung dieses Feuchtgebietes geht auf einen geomagnetisch nachgewiesenen jedoch nicht aufgeschlossenen Vulkanschlot zurück, über dessen wasserstauendem Boden aus Vulkantuff sich das Niederschlagswasser sammeln konnte. Die dabei entstandenen Tümpel wurden 1976 im Rahmen der Flurbereinigung neu angelegt.

Lösungsdoline Hasental, Pfulb

 

Die Trichterdoline ist eine Karsterscheinung der Alb. Dabei handelt es sich um eine Lösungsdoline, die durch die lösende Wirkung des kohlensäurehaltigen Niederschlagswassers vor allem da entsteht, wo sich Klüfte im Weißjura-Gestein kreuzen oder wo sich in Senken temporär Wasser sammelt. Charakteristisch für Lösungsdolinen ist die Trichterform. Ihre steilen Flanken und der Grund der Doline sind mit Verwitterungslehm bedeckt. Durch Düngereinträge sind diese häug von Sticksto liebenden Panzen wie Brennnesseln oder Bärenklau bedeckt. Eine Besonderheit der Doline im Hasental ist ihr Zuuss: Überschüssiges Niederschlagswasser aus der Binsenlache fließt in die Doline, um an deren tiefster Stelle im Schluckloch (Ponor) rasch im klüftigen Karstgestein zu verschwinden. Schadstoffe können somit über die Dolinen in den Karstwasserkörper gelangen und die wertvollen Wasservorräte verschmutzen. Auch deshalb sind die rund 5.000 Dolinen der Alb seit 1992 durch das baden-württembergische Biotopschutzgesetz geschützte Naturdenkmäler.

Gutenberger Höhle

 

Die Gutenberger Höhle gilt als eine der schönsten Tropfsteinhöhlen der Schwäbischen Alb. Wie bei der nahe gelegenen Gußmannshöhle handelt es sich auch hier um eine Klufthöhle, allerdings im höher liegenden Übergangsbereich zwischen gebankten Kalken und Massenkalken der Unteren Felsenkalk-Formation. Die Höhle weist sechs größere Hallen auf, die durch schmale, hohe Gänge miteinander verbunden sind. Der Reichtum an Tropfsteinen und Sinterformen ist bemerkenswert, vor allem im hinteren Teil der Höhle.

 

Öffnungszeiten:

Ab 1. Mai bis Mitte Oktober wie folgt: Samstag von 13.00 bis 17.00 Uhr und Sonn- und Feiertag von 10.00 bis 17.00 Uhr Gruppenführungen sind nach telefonischer Voranmeldung bei der Ortschaftsverwaltung Gutenberg möglich. Bei durchgehend schlechtem Wetter ist die Höhle geschlossen. In den Sommerferien ist die Höhle Mittwoch nachmittags geöffnet.

Gußmannshöhle

 

Bei der Gußmannshöhle handelt es sich um eine Klufthöhle mit mehreren schmalen und hohen Gängen, die in vier große Hallen führen. Sie Sie liegt nur rund 100 m von der Gutenberger Höhle entfernt. Entstanden ist sie in der Unteren Felsenkalk-Formation des Weißen Jura. Die Höhle wurde schon früh elektrisch beleuchtet, so dass der sehenswerte Tropfsteinschmuck nicht sehr lange den rußenden Pechfackeln ausgesetzt war. Tiefe Schächte, hoch reichende Deckenspalten, Sinterfahnen, malerische Tropfsteine, ein wassergefülltes Sinterbecken sowie Deckensinter machen den Besuch der Höhle zu einem besonderen Erlebnis.

 

Öffnungszeiten:

Führungen: Von Mai bis Mitte Oktober: Samstag 13.00 - 16.00 Uhr, Sonn- und Feiertag 10.00 bis 16.00 Uhr. Bei durchgehend schlechtem Wetter bleibt die Höhle geschlossen.

 

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